Manfred Graulich fordert Planungsgemeinschaft zum Handeln auf und übergibt den Vorsitz an Hans-Jörg Assenmacher.

 Die Region Koblenz-Mittelrhein – ein Land der Möglichkeiten. Möglichkeiten, die genutzt werden müssen. Dies waren die Worte des scheidenden Vorsitzenden der Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V, während der Jahreshauptversammlung am 20. April auf Burg Namedy. 

Er fordert eine klare Positionierung der Region innerhalb Deutschlands und Europa. „Die Region muss sichtbar werden und wichtige Standort- und Infrastrukturentscheidungen über die Grenzen der Gebietskörperschaften hinaus treffen. Es wird Zeit, dass wir mehr tun“, so Graulichs Aufruf, der noch einmal auf die durch die Initiative in Auftrag gegebene Prognos Studie hinweist. Graulich warnt davor, weiter von anderen Regionen überholt zu werden. Er fordert die Planungsgemeinschaft auf, ihre Entwicklungsplanung neu zu formulieren.

In der Prognos Studie sind speziell auf die Region Koblenz-Mittelrhein ausgearbeitete Ausgangsbedingungen, langfristige Trends und zentrale Herausforderungen für die Region Koblenz-Mittelrhein dargestellt. Sie liefert strategische Ansatzpunkte und Empfehlungen für die künftige Ausrichtung. Die Region Koblenz-Mittelrhein ist eng verflochten mit wirtschaftsstarken Regionen wie zum Beispiel Köln-Bonn oder Rhein-Main. Die Bevölkerungsentwicklung in der Region Koblenz-Mittelrhein, insbesondere in den Landkreisen, ist rückläufig. Nicht nur wegen der Überalterung, sondern auch weil viele junge Menschen bessere Perspektiven in anderen Regionen sehen, wird es einen Verlust an Arbeitskräften geben. Eine Ursache dafür, ist zum Beispiel die zu geringe Studienkapazität in der Region. Die Region Koblenz-Mittelrhein hat zudem eine niedrige Arbeitsplatzdichte mit einer hohen Pendlerintensität in die Nachbarregionen. Selbst eine schnelle Integration der Flüchtlinge kann diese Lücke nicht schließen. Verbesserungswürdig sind die Technologieorientierung der Wirtschaft, die Kooperation auf regionaler Ebene und die überregionale Sichtbarkeit als Wirtschaftsstandort mit einem gemeinsamen Außenauftritt.

Ein möglicher Ansatzpunkt dem entgegenzuwirken ist, die Region Koblenz-Mittelrhein stärker sichtbar zu machen. Das fördert eine bessere Wahrnehmung im Standortwettbewerb gegenüber Investoren, Fachkräften, sowie. Ergebnis der Prognos Studie ist, dass auch ein regionales Standortmarketing als Ergänzung und Erweiterung bestehender Initiativen und Angebote auf Ebene der Kommunen und Landkreise nötig sei. Dazu bedürfe es eines abgestimmten Strategiekonzepts, das Bestandteil der Regionalentwicklung und der Wirtschaftsförderung sein müsse. Die umliegenden, kleineren Großstädte als Oberzentren, wie zum Beispiel Siegen und Trier, nutzen ihre Chancen und positionieren sich gegenüber den Metropolen, indem sie dem Netzwerk der Regiopolregionen beigetreten sind.
Die Prognos Studie ist einsehbar unter: www.region-koblenz-mittelrhein.de

Weiterhin erläuterte Graulich die Notwendigkeit einer Bildungsstudie. Diese hat die Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V. aktuell bei der Koblenzer Hochschule in Auftrag gegeben. Ziel der Studie ist es, den gegenwärtigen Zustand und die künftigen Herausforderungen an das Bildungssystem in der Region Koblenz-Mittelrhein vor dem Hintergrund der allgemeinen demografischen Entwicklung zu analysieren. Dabei werden Potentiale und Schwachstellen aufgezeigt, Best-Practice-Beispiele identifiziert und auch Entwicklungsvorschläge hinsichtlich Struktur, Organisation und Kultur in den Bildungseinrichtungen entwickelt. Im 1. Quartal 2017 werden die Ergebnisse präsentiert.

Nach der Verabschiedung des Kassenberichts und des Finanzplans, standen Neuwahlen, insbesondere die des neuen Vorsitzenden auf dem Programm. Manfred Graulich stellt nach vierjähriger Tätigkeit sein Amt zur Verfügung. Die stellvertretenden Vorsitzenden Werner Schmitt und Dr. Ulrich Kleemann, der auch Präsident der SGD Nord ist, verabschiedeten Graulich. Beide betonten sie, dass einer der wichtigsten Meilensteine seiner Arbeit das Standortmarketing, verbunden mit einer langfristigen Regionalentwicklung war. Dies auch unter dem Gesichtspunkt der demografischen Veränderungen. Nach Graulichs Überzeugung müssen wir uns, wenn wir Menschen für eine Region gewinnen wollen, so präsentieren, dass die Menschen auch zukünftig gerne hier leben und arbeiten wollen. Junge Menschen binden und Zuzügler gewinnen. Schmitt und Kleemann nannten darüber hinaus sein Engagement für eine Resolution gegen den Bahnlärm im Mittelrheintal, die Unterstützung der Forderung zum Bau der Mittelrheinbrücke, sein Engagement zum Erhalt des Cluster Metall/Keramik/Kunststoffe, die regelmäßige Gesprächsrunde und die intensive Zusammenarbeit mit TV Mittelrhein, sein Engagement zur besseren Verkehrsanbindung im nördlichen Rheinland-Pfalz, die beauftragte Bildungsstudie und die vielen unermüdlichen Gespräche zum Wohle des Vereins und der gemeinsamen Sache. Graulich wird dem Ehrenamt weiter treu bleiben, nämlich als Bürgermeister der Gemeinde Wied. Der Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V. wird er weiterhin als Mitglied zur Verfügung stehen.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Hans-Jörg Assenmacher, der seit 1994 Notar in Koblenz ist, gewählt. Assenmacher ist seit 1996 Vorsitzender Direktor des Casino zu Koblenz, seit 2013 Präsident der Peter-Altmeier-Gesellschaft e.V. und war ebenso 19 Jahre lang als Mitglied des Koblenzer Stadtrates aktiv. Aus seiner Feder stammt das Positionspapier „Regionen Nördliches Rheinland-Pfalz – Regionen der Chancen“, des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz. Ein besonderer Schwerpunkt seiner darin getroffenen Aussagen bildete die Infrastruktur und die möglichen Defizite. Das Amt ist also kein Neuland für den neuen Vorsitzenden der Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V., der sich ganz der Aufgabe, die Region weiter nach vorne zu bringen, verpflichten will. „Vor dem Hintergrund der genannten Herausforderungen ist es erforderlich, zentrale Zukunftsprojekte und prioritäre Maßnahmen gemeinsam umzusetzen. Wir müssen es schaffen, die Interessen der einzelnen Teilräume auf der Ebene der Region Koblenz-Mittelrhein zu verzahnen“, so Assenmacher abschließend.

 

   

 

   Foto: v.l.n.r.: stellv. Vorsitzender und Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich
   Kleemann, stellv. Vorsitzender Werner Schmitt, ehem. Vorsitzender Manfred Graulich

 

Foto: Neuer Vorsitzender Hans-Jörg Assenmacher

Vorstand Gesamt

Foto: v.l.n.r.: stellv. Vorsitzender Werner Schmitt, ehem. Vorsitzender Manfred Graulich, neuer Vorsitzender Hans-Jörg Assenmacher, stellv. Vorsitzender und Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, Geschäftsführerin Sandra Hansen-Spurzem.